אחד מי יודע

18 04 2008

Allen meinen juedischen Lesern wünsche ich hiermit ein koscheres und frohes Pessach!
Und hier in einer anderen Version:

In einer alten Haggadah habe ich diese Übersetzung gefunden, sie ist eher frei aber in sehr schönem Deutsch:

Eins - wer sagt die Deutung an [wörtl. "Wer weiss es"] ?

Eins - wohl ich verkünden kann [wörtl. "Ich weiß es"]: eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Zwei - wer sagt die Deutung an ?

Zwei - wohl ich verkünden kann: zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Drei - wer sagt die Deutung an ?

Drei - wohl ich verkünden kann: drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Vier - wer sagt die Deutung an ?

Vier - wohl ich verkünden kann: vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Fünf - wer sagt die Deutung an ?

Fünf - wohl ich verkünden kann: Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Sechs - wer sagt die Deutung an ?

Sechs - wohl ich verkünden kann: Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Sieben - wer sagt die Deutung an ?

Sieben - wohl ich verkünden kann: sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Acht - wer sagt die Deutung an ?

Acht - wohl ich verkünden kann: acht bestimmt der Tage Zahl zur Beschneidung Bundesmal. Sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Neun - wer sagt die Deutung an ?

Neun - wohl ich verkünden kann: Neun der Reise Monden sind, dringt aus Mutterleib das Kind. Acht bestimmt der Tage Zahl zur Beschneidung Bundesmal. Sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Zehn - wer sagt die Deutung an ?

Zehn - wohl ich verkünden kann: zehn Gebote, Gottes Werk, offenbart auf Choreb´s Berg. Neun der Reise Monden sind, dringt aus Mutterleib das Kind. Acht bestimmt der Tage Zahl zur Beschneidung Bundesmal. Sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Elf - wer sagt die Deutung an ?

Elf - wohl ich verkünden kann: Elf sind Stern im Aetherraum, leuchtend einst in Joseph´s Traum. Zehn Gebote, Gottes Werk, offenbart auf Choreb´s Berg. Neun der Reise Monden sind, dringt aus Mutterleib das Kind. Acht bestimmt der Tage Zahl zur Beschneidung Bundesmal. Sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Zwölf - wer sagt die Deutung an ?

Zwölf- wohl ich verkünden kann: Zwölf die Stämme sprossen, reich Ihre Zahl den Sternen gleich. Elf sind Stern im Aetherraum, leuchtend einst in Joseph´s Traum. Zehn Gebote, Gottes Werk, offenbart auf Choreb´s Berg. Neun der Reise Monden sind, dringt aus Mutterleib das Kind. Acht bestimmt der Tage Zahl zur Beschneidung Bundesmal. Sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.

Dreizehn - wer sagt die Deutung an ?

Dreizehn - wohl ich verkünden kann: Dreizehn Eigenschaften - hell - schildern Gottes Gnadenquell. Zwölf die Stämme sprossen, reich Ihre Zahl den Sternen gleich. Elf sind Stern im Aetherraum, leuchtend einst in Joseph´s Traum. Zehn Gebote, Gottes Werk, offenbart auf Choreb´s Berg. Neun der Reise Monden sind, dringt aus Mutterleib das Kind. Acht bestimmt der Tage Zahl zur Beschneidung Bundesmal. Sieben ist nach alter Weis einer Woche Tageskreis. Mischna in sechs Teilen lehrt, was das Judentum bewährt. Fünf der Bücher, Heiles´Quell, Moses Lehr´ an Israel! Vier Erzmütter, deren Schoost Israel als Volk entsproß. Drei Erzväter so genannt, weil die Einheit sie erkannt. Zwei, die Tafeln sind´s fürwahr, Heil´gen Bundes Tafelpaar. Eins ist Gott, beherrscht das All, Himmesldom und Erdenball.




Synagogentour - der Start

23 09 2007

wir haben Yom Kippur also in einer anderen kleinen Gemeinde in Deutschland verbracht - es war eine Erfahrung der anderen Art. Fasten war trotz Vorbereitung (bestehend aus ausreichend Essen und Trinken vorher) schwierig. Obwohl der Dialekt des Vorbeters chassidisch war (mit aschkenasischer Aussprache komme ich mittlerweile ja zurecht) konnte ich gut folgen (ok, ich hatte mein eigenes Artscroll Machzor dabei).

Schade war, daß es nicht einmal für Gemeindemitglieder ausreichend Machzorim (spezielle Gebetbücher für Feiertage, hier YK) gab - weder auf  Russisch/Hebräisch noch Hebräisch/Deutsch.

Toll war die Architektur der Synagoge (und ich habe diesmal nicht gefroren, wie “daheim”).

Nett und für viele Gemeinden ungewöhnlich war die Einladung zum Kiddush (bzw. Hawdalah) und Fastenbrechen.




Vorbereitungen…

18 09 2007

…während ich noch überlege, in welcher Synagoge ich Yom Kippur verbringe, habe ich Sukkot im Hinterkopf…beim Surfen habe ich dies hier gefunden:

Die demonstrierten Arten des Schüttelns kenne ich ja so nicht…




לשנה טובה תחתבו ותחתמו

11 09 2007

möget Ihr für ein gutes Jahr eingeschrieben und besiegelt werden!

Morgen abend beginnt das jüdische Neujahrsfest - entsprechend mit in den vergangenen Tagen eher nachdenklich gewesen. Nicht, daß es nicht ausriechend Blog-Stoff gäbe - ab Sonntag wieder!

Möge das neue Jahr Frieden bringen!

Den Text des Leides “Jerushalaim shel zahav - Jerusalem aus/von Gold” sowohl in Umschrift als auch in deutsch findet ihr hier.




Blog-Tipp

31 08 2007

Stripped Down Soul ist der Blog von mehreren Leuten, u.a. mindestens einem konservativen Rabbiner, Jeremy Milgrom, der seine Gedanken zu den Parashot dort veröffentlicht.

Shabbat shalom




Eine Kopftuch Diskussion

1 08 2007

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mit dem Chefarzt einer Abteilung eines kirchlichen Krankenhauses über die Vielfalt der Stellenangebotegesprochen . Auch er war auf der Suche nach Assistenzärzten - er habe eine junge Frau einstellen wollen, eine Muslima. Da sie nicht bereit gewesen sei, Ihr Kopftuch abzulegen, habe der Verwaltungsdirektor - selbst aus  christlicher Minderheit in einem arabischen Land kommend - dies abgelehnt.

“Ah,” meinte ich, verbietet er denn den Nonnen im Haus auch bald das Habit?”

- “Nein, woher denn! Er habe schlechte Erfahrungen mit muslimischen Kopftuchträgern gemacht  - sie seien meist reaktionär eingestellt.” -

“Das gilt dann doch wohl auch für die Nonnen?!”

- “Nein!”

“Mit Religionsfreiheit hat es dann aber nichts mehr zu tun”

- “Wieso?”

Die junge Frau jedenfalls wurde doch eingestellt (es vertraten wohl noch mehr Menschen meine Meinung).  Man kann wohl auch schlecht davon sprechen, dass man die drei Buchreligionen gleichberechtigt behandelt und dann jemanden aufgrund seiner Religionsausübung, die andere nicht trifft, die Einstellung verwehren.




SommerHoch

24 07 2007

Gleichwohl heute, an Tischa BeAw, das Wetter zur Stimmung dieses Tages passt, komme ich mir insgesamt vor, alsbefände ich mich mitten in einem Sommerhoch.

Im Urlaub in der für mich schönsten und lebendigsten Stadt in Deutschland genieße ich die geisteswissenschaftliche Bildung, die dieser Sommer ebenda zu bieten hat. Der gestrige öffentliche Vortrag war qualitativ ausgezeichnet - den heutigen erwarte ich mit großer Spannung und überlege schon jetzt, wann heute abend ich essen gehen werde.

Auch wenn ich im Süden wohnen bleibe - vorerst - zieht es mich doch mehrfach im Jahr hierher.   




Memento mori

8 05 2007

In meiner Schulzeit konnte ich Lyrik keine Begeisterung aufbringen. Um ehrlich zu sein, hat der Deutschunterricht mir die deutsche Sprache eher vergält als sie mir nahe zu bringen. Heute bin ich durch Zufall auf ein Gedicht von Mascha Kaleko gestoßen - eine literaturhistorisch bewanderte Freundin hatte mir vor langem von ihr erzählt - ich hatte zugehört, es dann aber nicht weiterverfolgt. Mascha Kaleko hat eine interessante Biografie, sie hat u.a. in Berlin gelebt.

Ich habe oft mit bösartigen Erkrankungen zu tun und muss Patienten und ihren Angehörigen Dinge sagen, die unangenehm und schmerzhaft sind. Kraft kostet es mich jedesmal aufs neue. In Mascha Kalekos Gedicht “Memento” finde ich meine Haltung zu Tod und Sterben wieder.

 

MEMENTO

 

 

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,

Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

 

 

Allein im Nebel tast ich todentlang

Und laß mich willig in das Dunkel treiben.

Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

 

 

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;

- Und die es trugen, mögen mir vergeben.

Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,

Doch mit dem Tod der andern muß man leben.




Was man nicht in den Schlagzeilen liest…

29 04 2007

…ist, daß der Staat Israel vielen Ländern praktische Hilfe geboten hat und weiterhin bietet.

Es entspricht dem Konzept des Tikkun Olam.




Steh nicht still bei dem Blut deines Genossen

17 04 2007

In der Buber-Rosenzweig Übersetzung wie immer in wunderbarer Sprache ausgedrückt ist eine der Grundlagen jüdischer Ethik. Ein jüdischer Mensch hat nicht nur die Verpflichtung, sein eigenes Leben zu erhalten, sondern er trägt auch Verantwortung für dasjenige seiner Mitmenschen:

 

Lev 19,16

Trage nicht Verleumdung unter deinen Volkleuten feil,
steh nicht still bei dem Blut deines Genossen.

 

Der Beginn des Verses richtet sich gegen Klatsch, im Jüdischen laschon hara, schlechte Rede, genannt. Die Nähe dieser beiden Verbote bezeugt die Bedeutung v.a. des ersten Teils - aber das nur nebenbei.

Der Erhalt des eigenen Lebens hat jedoch Vorrang vor der Hilfe für andere. Organspenden von lebenden Personen sind erlaubt, da sie Risiken in sich bergen haben sie nicht den Status einer Verpflichtung.

Postmortale [nach dem Tod eines Patienten ] Organspende ist aus vielen Gründen eine im Sinn der halachischen Argumentation schwierigere Angelegenheit.

Der Umgang mit Toten ist im Judentum gekennzeichnet durch das Prinzip כבוד המת, dem Respektvor und der Ehre der Toten, der sich aus drei Verboten ableitet: ניוול המת (Schändung eines Toten, z.B. durch Entstellung), הנאה מן המת (Nutzen aus einem Toten ziehen) und הלנת המת (Verzögerung der Beerdigung). Für einen der früheren israelischen Oberrabbiner, Isser Yehuda Unterman war die Entscheidung klar:

Regarding the question of wether the law permits surgical removal of tissue from a dead body…subsequently to be transplanted as an organic part of the living…I find the matter to be simple. Since these procedures constitute preservation of life, there is no difficulty. After all, weighty Torah prohibitions are set aside for the preservation of life. Hence, such surgical procedures conducted to save a life are absolutely permitted.

Die Definition des Todes eines Menschen über den Hirntod ist medizingeschichtlich noch sehr jung: erst 1968 wurde sie von der World Medical Assembly eingeführt. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer definierte 1991 den Hirntod folgendermaßen:

“Zustand des irreversiblen Erloschenseins der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms bei einer durch kontrollierte Beatmung noch aufrechterhaltenen Herzkerislauffunktion. Der Hirntod ist der Tod des Menschen.”

Während der Hirntod als Tod des Menschen im konservativen Judentum allgemein akzeptiert wird, ist er in der Orthodoxie trotz prominenter Befürworter wie Rabbiner Moshe Feinstein und Moshe Tendler.

Dies gilt für lebensnotwendige Organspenden. Z.B. Kornea- und Hauttransplantate sind noch einmal anderen Bestimmungen auf der Seite des Empfängers unterworfen.

Zum Weiterlesen: Organspende nach Systemen gegliedert, aus konservativer Sicht

Quellen - neben o.g. Links:

  • Zitate des Tanach aus der Buber Rosenzweig Übersetzung erhältlich bei der Deutschen Bibelgesellschaft.
  • Dorff, Elliot N.: Matters Of Life and Death

Wie immer gilt: in diesem Rahmen stelle ich bestimmte Sachverhalte zusammengefasst und verkürzt dar. Im Detail sind die Unterscheidungen noch sehr viel genauer.