Abstand

Der vielberufene Abstand, den man zu seinen Patienten haben soll, ist nicht leicht einzuhalten. Ich weiß auch nicht, wie diejenigen, die ihn so selbstverständlich postulieren, ihn definieren – wo beginnt er, wo wird er zu Kälte?

Ich fühle mit meinen Patienten und auch mit ihren Angehörigen. Man wandelt auf einem schmalen Grad zwischen notwendiger Information und einer Art von „Verurteilung“, will heissen, wenn man Angehörigen sagen muss, dass ein Patient keine guten Chancen hat, seine momentane Krankheit zu überleben. Auch man selbst darf meines Erachtens die Hoffnung nicht verlieren – Patienten spüren es und geben sich auf.

Man bleibt nicht unverletzt mit dieser Haltung, man kann nicht gut „loslassen“, wenn man das Krankenhaus verläßt. Aber man bleibt menschlicher dabei.

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