Wunschdenken

„Was kann ich für Sie tun?“ ist eine meiner „Eröffnungsfragen“ bei der Anamnese meiner Patienten. In meinem letzten Dienst habe ich sie an eine ältere Dame in den Achtzigern gestellt, wie die meisten der internistischen Patienten multimorbide und in diesem Fall von Luftnot geplagt. „Machen Sie mich wieder wie neu“ hat sie mir mit traurigem Blick zur Antwort gegeben (und ja, eine Demenz hat sie auch). „Ich tue mein Bestes“ habe ich geantwortet, aber etwas in ihrem Blick hat mir gesagt, dass sie weiss, dass ihr Wunsch außerhalb meiner Möglichkeiten liegt und  dass sie bereits resigniert hat.

Wenigstens ist sie bei uns für ein Weilchen liebevoll gepflegt.

Deutsche Reichsbahn und Ihre Nachfolgeorganisation

Im April diesen Jahres habe ich in meinem alten Blog diesen Beitrag veröffentlicht:

Seit mehr als einem Jahr verweigert die Deutsche Bahn AG die Präsentation einer Ausstellung über 11000 von der Deutschen Reichsbahn deportierten Kinder auf Ihren Publikumsbahnhöfen.

Gleichwohl auf den Internetseiten der Deutschen Bahn zu lesen steht, es sei der DB AG ein „wichtiges Anliegen, die Geschichte ihrer Vorläuferorganisationen wach zu halten“, muss man sich doch fragen in welchem Ausmaß die DB dies zu tun gedenkt.

Es scheint ihr fern zu liegen, Fotos und Dokumente der von der Reichsbahn deportierten Kinder auf Ihren Bahnhöfen, von denen die Deportationen ja bekanntlich starteten, zu zeigen.
Die kolportierten Gründe reichen von der Argumentation die Bahnhöfe seien nicht „würdig genug“ bis zu „aus Sicherheitsgründen“.
Bahnhöfe waren der Reichsbahn gut genug für die Deportationen, Bahnhöfe sind die einzig angemessenen Ausstellungsorte für die Fotos und Dokumente der Deportierten.

Die französische SNCF (Société Nationale des Chemins de Fer) stellte sowohl Bahnhöfe als Ausstellungsorte wie auch Bewachung und Transport zur Verfügung. Die DB AG tut nichts dergleichen.

Was ist es, das die DB AG scheut? Den Anblick unschuldiger Kinder, die mit Hilfe ihrer Vorgängerorganisation ermordet wurden?

Was die Deutsche Bahn AG sich jedoch selbst damit ausstellt, ist ein Armutszeugnis.

Hagalil zur Deutschen Bahn AG und dem, was sie für „zumutbar“ erachtet.

Zitat EndeInzwischen sind mehr als 6 Monate vergangen, ohne dass die Sachlage eine andere wäre: die DB AG taktiert, laviert und vermeidet konkrete Lösungen. Ganz offenbar widert sie damit nicht nur mich an.

Ein neuer Rekord und eine alte Form der „Solidarität“

Im vergangenen 24 h Dienst am Sonntag habe ich insgesamt 12 Patienten aufgenommen und komplett versorgt, zusätzlich zu allen Kleinigkeiten auf Station.

Schlaf? Wozu? doch nicht etwa, um Patienten adäquat versorgen zu können? Nein, braucht man nicht, dachte wohl meine Notarzt fahrende Kollegin, die heute bei uns einen sogenannten „externen“ Dienst macht, also nur von 16 bis 8 Uhr am Folgetag. Natürlich diejenige, die derlei Dienst am besten weniger als 24 h vorher absagt. Wer die dann macht? Ich natürlich.

Aber solche Dinge rächen sich ganz von selbst. Da ich bei uns diejenige bin, die die meisten Nacht- und Wochenend- bzw. Feiertagsdienste macht habe ich gedacht, bei einer Woche Urlaub im Oktober könnten das mal nur 2 sein. Weit gefehlt! Als Dank für dauerndes Einspringen bei allen unpassenden Gelegenheiten habe ich 3 Wochenenden am Stück Nachtdienst. Erwartungsgemäß werde ich dann das vierte frei haben – da die Dienstplanung wieder bei mir liegt, ist mir das sicher. Und wer will das 3. Wochenende am Stück frei? Natürlich die Collega collegialis, die mir meine 3 am Stück eingebrockt hat. Nur diesmal hat sie eben Pech gehabt. Wenn sie einen fairen Dienstplan vorgelegt hätte, wäre das kein Problem. Aber so – lautet meine Antwort nein.
Und die Notarzt fahrende Kollegin war nahezu die ganze vergangene Nacht mit einem der Patienten beschäftigt, die sie mir in der Nacht zuvor gebracht hatte.

Wer anderen eine Grube gräbt…

Idomeneo II – quidquid agis prudenter agas et respice finem

Jetzt soll Idomeneo also doch aufgefuehrt werden. Wie schoen – aber ein paar Fragen stellen sich anhand des Procedere nun doch.

Voraussetzung für die Nun-doch-Auffuehrung der Oper Idomeneo seien eine Überarbeitung der Sicherheitsanalyse des LKA sowie ein schluessiges Sicherheitskonzept. Wie es scheint haben sich Frau Intendatin Harms und Herr Innensenator Koerting nun zum Erst-Denken-Dann-Handeln Prinzip entschlossen. Warum aber nicht gleich so? Wenn ich die Diskussionen richtig verstanden habe (und man muss Herrn Koerting lassen, dass er offen eingeraeumt hat, was er gesagt hat – er wirkte ehrlich), hat das LKA einen anonymen Hinweis bekommen, der Herrn Koerting dazu veranlasst hat, Frau Harms anzurufen und auf die „Bedrohung“ hinzuweisen, u.a. mit der flapsigen Bemerkung, er moege die Deutsche Oper sehr und wolle daran auch in Zukunft vorbeifahren. Statt in diesem Moment nachzudenken und die Sicherheitsanalyse oder gar ein Sicherheitskonzept vorzulegen, haben sie die Oper im Handumdrehen abgesetzt um anschliessend das Denken zu beginnen.
Wenn es nicht in Berlin passiert waere, würde man es Provinzposse nennen koennen.

Interessant war auch der Artikel von Daniel Barenboim.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Bis auf diese eine Mal hatte ich mit all meinen Internetkäufen Glück. Diesmal habe ich ein besonders guenstiges Angebot einer Digitalkamera gesehen und in meiner Begeisterung sofort „zugegriffen“ ohne den mir neuen Shop durch Bewertungen anderer zu beleuchten. Guter Kunde, der ich bin, habe ich meine Rechnung umgehend bezahlt und alsdann auf meine Kamera gewartet. Schliesslich – nach mehr als 14 Tagen bei angegebener Lieferzeit von 7 Tagen – habe ich nachgefragt. Nach 2 Tagen kam – gnädigerweise – die Nachricht, man koenne mir keinen Liefertermin mitteilen (für eine Kamera die zu diesem Zeitpunkt schon 2 Mal haette ausgeliefert sein koennen). Nach einigem Hin und Her habe ich mein Geld wieder.

In Zukunft halte ich mich dann an Portale wie diesesbevor ich bestelle.