Entrüstet

…war die Stationssekretärin, als ich Befunde aus den 50er Jahren angefordert habe („Die Blöße, da anzurufen, gebe ich mir nicht“). Dabei sind sie relevant, diese alten Befunde. Oft sind sie auch der Schlüssel zu den aktuellen Problemen der Patienten.

Es ist in letzter Zeit mehr als einmal vorgekommen, dass erst lange zurückliegende Erkrankungen die Lösung aktueller Probleme ermöglicht haben.

Aber unsere treue Stationsseele ist nicht die einzige, die mich für ein bisschen gaga hält: vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich das Ergebnis intensivem Aktenstudiums eines Patienten dem zuständigen Oberarzt präsentiert mit den Worten „Intraoperativ wurde vor einigen Jahren ein Karzinom gesehen und histologisch nachgewiesen.“ Antwort: „Das kann nicht sein. Dann würde der Patient jetzt schon nicht mehr leben.“ Da ich der Überzeugung war, das sei korrekt, habe ich das so in meinen Entlassbrief geschrieben (und da der Oberarzt Diskussionen mit mir vermeidet, hat er es belassen). Der Patient wurde einige Zeit danach wieder operiert, Ergebnis: das Karzinom war wieder da. Antwort desselben Oberarztes jetzt: „Ja, natürlich, das war das alte Karzinom“.

Wenn man älter ist und wie die meisten Menschen mehr als eine Krankheit angesammelt hat, verliert man den Zeitbegriff und ein bisschen auch den Sinn Zurückliegendes (der o.g. Patient hatte sich nicht erinnern können, was genau operiert oder diagnostiziert worden war).

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Viel hat sich ja nicht geändert….

…seit 1946: im folgenden ein Zitat des „Arab Office“ : „The Arab Case for Palestine“ submitted to the Anglo-American Committee of Inquiry

„The whole Arab people is unalterably exposed to the attempt to impose a Jewish immigration and settlement upon it, and ultimately to establish a Jewish state in Palestine. Its opposition is based primarily on right. The Arabs of Palestine are descendants of the indigenous inhabitants of the country, who have been in occupation of it since the beginning of history; […]

2. In addition to the question of right, the Arabs oppose the claims of political zionism because of the effects which zionist settlement has already had upon their situation and is likely to have to an even greater extent in the future.[…]

First, while the other Arab countries have attained or are near to the attainment of self-government and full membership of the UNO, Palestine ist sill under mandate and has taken no steps toward self government; […]

3. All these evils are due entirely to the presence of Zionist and the support given to them by certain of the Powers; there is no doubt, that had it not been for that, Arab Palestine would now be a self-governing member of the UNO and the Arab League.“

Mental hat sich auf seiten der Araber seit 60 Jahren nicht viel verändert.

Wie kann Europa verlangen, dass Israel in Wort und Tat aggressive Nachbarn  mit Samthandschuhen anfasst?

Doc Clever in der Notaufnahme (1)

Doc Clever [approbierter Arzt]: „Was kann ich denn für Sie tun?“

Patient: „Mein rechter Arm tut weh, am Daumen, Zeige- und Mittelfinger habe ich kein Gefühl mehr.“

Doc Clever: „Was würden Sie denn da machen ?“

[Anm. d. Redaktion: Ich würde zu einem Arzt gehen, der sein Fach versteht]

Patient: „Ja, ich weiß ja auch nicht“.

[Die geschilderte Symptomatik kann Ausdruck eines Bandscheibenvorfalls im Bereich der Halswirbelsäule sein und sollte von einem Chirurgen bzw. Orthopäden gesehen werden]

Doc Clever und Doc Smart auf Visite (1)

Doc Clever und Doc Smart seien 2 approbierte Ärzte

Doc Clever: „Mh, der Patient X ist gestern auf eigene Verantwortung nachhause gegangen – was mache ich denn mit dem Röntgenbild?“

DocSmart: „Schau´s mal schön an, vielleicht hat es ja einen interessanten Befund!“

Ein paar Zimmer weiter:

Doc Smart: „Patient Y kam zur Abklärung einer gastrointestinalen Blutung im Dienst des Kollegen X, Hämofec negativ.“

Doc Clever: „Mh, ja, aber….auf der Einweisung steht doch „interdestinale Blutung?!“

Doc Smart:“Ja, der Patient kam zur Abklärung einer gastrointestinalen Blutung!“

Doc Clever: „Aber der Hausarzt hat doch geschrieben „interdestinale Blutung“, die müssen wir doch abklären!“

Doc Smart: „Willst Du mir bitte erklären, was „interdestinal“ bedeutet, das habe ich nämlich noch nie gehört!“

Doc Obersmart: „Natürlich haben Sie das noch nicht gehört, das gibt´s ja gar nicht !“

Mein persönliches Sparprogramm, wenn ich Gesundheitsministerin wäre

sähe folgendermaßen aus:

  • Menschen, die sich selbst in ein Krankenhaus einweisen und es am nächsten Tag aus eigener Verantwortung wieder verlassen, zahlen den Transport und eine Pauschale von 250 €
  • Menschen, die sich aufgrund ambulant behandelbarer Krankheiten selbst in ein Krankenhaus einweisen ohne zuvor den hausärztlichen Notdienst konsultiert zu haben, zahlen prinzipiell, auch wenn sie aufgenommen werden den üblichen Betrag von 10 €
  • Krankenhaus“hopper“, die in einigen Gegenden von Krankenhaus zu Krankenhaus pilgern, weil sie von Haus A entlassen wurden, aber ihre Angehörigen ein Versorgungsproblem haben, dass zu lösen sie sich weigern, zahlen den kompletten Aufenthalt in Haus B
  • last but not least: ambulant zu behandelnde Erkrankungen, die stationär aufgenommen werden, sollten von keiner Krankenkasse bezahlt werden

Wenn ich MDK Sachbearbeiter wäre, wäre unser Haus in Schwierigkeiten (wobei deren Politik schon sehr abstrus ist, zuweilen).

Ein Jahr war ich auf Intensiv,

aber ab morgen werde ich nicht mehr auf der von mir so geliebten Intensivstation sein, sondern hauptsächlich auf der „normalen“ Station. Ab Januar werde ich dann in „die Funktionen rotieren, will heissen, ich darf gastro- und koloskopieren und was sonst noch so anfällt (nicht sofort natürlich, nach Anleitung).

Aber mein Herz hängt doch an der Intensiv, auch wenn es ein großer Vorteil eines kleineren Hauses ist, selbst gastro- und koloskopieren zu lernen.

Es ist ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Ritualisiertes Gedenken

Huh hat mich der 9. November einmal mehr ob der ritualisierten Verhaltensweisen angewidert. Natürlich hat sich auch in unserer Synagoge alles getummelt, was lokalpolitisch Rang und/oder Namen hat. Mahnende Worte haben sie sich alle angehört, einen jüdischen G´ttesdienst haben sie „live“ erlebt, ein bißchen die betenden Juden angestarrt – und sind nach dem offiziellen Teil alle flink verschwunden, bevor ein Überlebender mehrerer Konzentrationslager gesprochen hat. Da waren wir dann, wie unser Vorsitzender so treffend anmerkte „unter uns“ (fast, muss man sagen, denn 3 oder 4 Leute, von denen ich annahm, es seien Nichtjuden, sind bis zum Schluß dageblieben, wahrscheinlich der Prozentsatz derer, die um Erinnerung bemüht sind).

Den Rest des Jahres werden sie wieder Reden schwingen, auf die Taten kann man warten – bis zum St. Nimmerleinstag.