Nestbeschmutzung ?

Es ist bemerkenswert, in welchem Ausmaß die Klüngelbildung bereits während des Medizinstudiums beginnt: bereits nach dem Physikum fallen nur noch wenige durch mündliche Prüfungen, ja man wird bereits mit „Frau Kollegin/ Herr Kollege“ angesprochen (wobei hier schon Hohn mitschwingt, denn zuweilen wird man serh abfällig behandelt) und prinzipiell für intelligent gehalten.

Wie in allen Berufszweigen gibt es auch bei Medizinern die Sorte (und leider ist sie meist weiblich, aber keine Sorge, Männer sind da auch vertreten), die Ober- und Chefärzte bezirzt und so in deren Fahrwasser schwimmt (ohne selbst zu einer wie auch immer gearteten Diagnostik in der Lage zu sein) und leider in Diensten den direkten Patientenkontakt nicht vermeiden kann. Die Bezirzten Einfaltspinsel halten dann ihre schützenden Hönde über sie und decken ihre oft fast nicht zu übersehenden Lügen.

Wenn jemand sich dagegen wehrt, wird er schnell zum Nestbeschmutzer.
Nur – wenn es keiner aufzeigt, bringen es diese Leute sehr, sehr weit – im Gegensatz zu den Patienten, die das Pech haben, solchen Menschen in die Hände zu fallen.

Warum ich gerade jetzt darauf komme? Weil es diverse der genannten Exemplare in meiner Umgebung gibt, die mir glatt den Atem rauben. Leider weiß ich nicht, wie man darauf so reagieren kann, dass die Kritik nicht im Sand verläuft und keine Patienten zu Schaden kommen (und ich kann nicht überall sein und jede Kurve durchkämmen – mindestens nicht komplett).

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3 Antworten

  1. Vielleicht in Zusammenarbeit mit jemandem, der sowohl selbst keine Karten im Spiel als auch ein Interesse daran hat, dass nicht noch mehr Qualitätsmängel sowohl zu Schäden bei Patienten führen wie auch das System beschädigen.

  2. Das Problem daran ist, dass der Chef es nicht sehen will (was ich u.a. deshalb weiß, weil ich bereits einmal ausgesprochen habe, was da so passiert) und sowohl die Dame als auch den Herren noch protegiert, der Oberarzt sie für eine gute Ärztin hält und den männlichen Kollegen nur reglementiert, wenn es um einzelne Dinge geht und einer der Oberärzte, die beide realistisch sehen, wie immer nur seinen Vorteil wahrt und sich nicht gegen die Mehrheitsmeinung stellt.
    Ich glaube, dass Krähenmentalität und persoenliche Eitelkeiten hier eine gräßliche Allianz eingehen – auch ein Systemfehler.
    Als ich mich dagegen gestellt habe, war ich sehr schnell die Böse. Kollegen aus anderen Abteilungen haben sich beim Chef beschwert – resultierte in noch mehr Schutz („Machen Sie sich nichts draus“). Bis auf ein paar, die leider an den entscheidenden Stellen sitzen, wird die Situation nämlich von der Mehrzahl der Menschen, die mit diesen speziellen Exemplaren arbeiten realistisch betrachtet.

  3. Das gibt es ja leider öfter. Aber: Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist. Wenn Sie keinen Weg finden den Zustand zu ändern, dann bleibt nur auf die eigene Gesundheit zu achten und sich und die eigenen Gedanken nicht vergiften zu lassen. Belohnen Sie sich für jedes unausweichliche Zusammentreffen mit der Dame irgendwie: jemand nettes anrufen, Lieblingspatienten besuchen, schon daran zu denken macht glücklicher.

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