Ritualisiertes Gedenken

Huh hat mich der 9. November einmal mehr ob der ritualisierten Verhaltensweisen angewidert. Natürlich hat sich auch in unserer Synagoge alles getummelt, was lokalpolitisch Rang und/oder Namen hat. Mahnende Worte haben sie sich alle angehört, einen jüdischen G´ttesdienst haben sie „live“ erlebt, ein bißchen die betenden Juden angestarrt – und sind nach dem offiziellen Teil alle flink verschwunden, bevor ein Überlebender mehrerer Konzentrationslager gesprochen hat. Da waren wir dann, wie unser Vorsitzender so treffend anmerkte „unter uns“ (fast, muss man sagen, denn 3 oder 4 Leute, von denen ich annahm, es seien Nichtjuden, sind bis zum Schluß dageblieben, wahrscheinlich der Prozentsatz derer, die um Erinnerung bemüht sind).

Den Rest des Jahres werden sie wieder Reden schwingen, auf die Taten kann man warten – bis zum St. Nimmerleinstag.

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Eine Antwort

  1. B“H

    Immerhin haben sie an einem juedischen Gottesdienst teilgenommen und so ihr Gewissen ein wenig beruhigt. Wozu sich da gleich noch KZ – Ueberlebende anhoeren und an das Negative erinnert werden ? Sowas ruiniert doch nur den Tag.

    Ich nehme an, dass die Presse vorher schon genuegend Photos geschossen hat fuer die neue Ausgabe der Tageszeitung. Das reicht doch. Schuldigkeit getan. Bis zum naechsten Jahr.

    Miriam

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