Moderne Hygienestrategien

Hygiene ist in Zeiten der vierbuchstaben- und sonstig resistenten Keime sicher ein aktuelles Thema. Die Strategien von Gesundheitsämtern unterliegen offenbar einem fliegenden – nicht immer der Logik anderer einleuchtenden- Wechsel.

Nehmen wir zum Beispiel an, in einem oder gar mehreren Altenheimen gibt es einen Epidemie -verdächtigen Ausbruch hochinfektiöser Gastroenteritisviren und das Gesundheitsamt wird informiert. Eingedenk meines Mikrobiologie- und Hygienekurses kämen mir jetzt die Worte Isolierung und Ausheilung unter symptomatischer Therapie in den Sinn.

De facto wird – angeführt vom Personal der Altenheime – folgende Strategie verfolgt:

Das Heim wird sukzessive evakuiert – natürlich nachts um 1 Uhr, da das ja die strategisch günstigste Zeit ist. Man verteilt die Heimbewohner auf die umliegenden Krankenhäuser – immer in 2er Pärchen, damit auch genügend Viren zur Weiterverbreitung vorhanden sind. Bei einem großen Haus hat man sie bis zum Morgen nicht alle untergebracht – kein Problem, denn hier hilft das Gesundheitsamt weiter: die übrig gebliebenen werden mehr oder minder gleichmäßig auf die umliegenden Krankenhäuser verteilt (damit jedes Haus seinen gerechten Anteil an Viren erhält).

Wir ahnen es: das medizinische Personal ist zu diesem Zeitpunkt bereits selbst betroffen. Eigentlich dürfte es jetzt nicht mehr arbeiten. Aber – wie immer in kleinen Häusern – kommt man doch zur Arbeit, da ja Ende Dezember die Besetzung am unteren Limit liegt.

Ich bin ja mal gespannt, wie – buchstäblich – weit es die Viren auf diese Weise bringen.

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