Und noch ein Brief…

…aber nicht von mir geschrieben.

Vor kurzem wurde ein Patient aus einerUniversitätsklinik zu uns zurückverlegt. Wie viele andere kannten wir ihn von Voraufenthalten, aus uns nicht ersichtlichen Gründen war er in der Universitätsklinik X gelandet, der es jetzt an Betten mangelte und die ihn daher zu uns zurück verlegte. Als der Patient von meinem Kollegen auf Station aufgenommen wurde, erhielt ich einen Anruf:

„Hast Du den Patienten in der Aufnahme gesehen?“ 

„Ja.“

„Hast Du den Verlegungsbrief gelesen?“

„Ja.“

„So einen Verlegungsbrief habe ich in meinem ganzen Leben noch nie von einer Universitätsklinik gelesen.“

„Ich auch nicht.“

Der Inhalt des Briefes war sehr kurz und wenig aussagekräftig. Er lautete wie folgt:

„Pat. bei Ihnen bekannt.“

Daß Arztbriefe prägnant sein sollen, um dem Empfänger das Wesentliche zu präsentieren, seine Zeit aber nicht übermäßig in Anspruch zu nehmen, ist Konsens. Arztbriefe, die sich über mehr  als eine DIN A4 Seite erstrecken, liest kein Hausarzt (Assistenzärzte in Krankenhäusern schon, wenigstens meistens). Aber der oben genannte war schon ein wenig kurz. Was wir mit dem Patienten machen sollten, war uns auch nicht klar.

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