Das Damoklesschwert der kleinen Krankenhäuser

– auch genannt das Arbeitszeitgesetz -tritt in den nächsten Monaten nun „endlich“ in Kraft.

Es kostet die jeweiligen Träger Geld – auch wenn das Gehalt der fest angestellten Ärzte sinkt (da ja weniger Stunden gearbeitet werden), so müssen im Falle kleiner Häuser „Externe“ beschäftigt werden, um die Dienststunden zu leisten, die den eigenen fest angestellten Ärzten nun gesetzlich verboten sind.

Für kleine Häuser wird sich das nicht rechnen, so daß sie langfristig geschlossen werden.

Als nächstes Blühen uns dann medizinische Versorgungszentren -wer eine Eulogie lesen möchte, findet sie auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.

Da ich mich ja bemüht habe, mich aus gesundheitspolitischen Themen herauszuhalten, habe ich noch selten ein solchen Unfug Haufen naiven Geplapper gelesen. Wer das glaubt, hat noch keinen Kontakt mit Strukturen der ambulanten Medizin gehabt.

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3 Antworten

  1. Tja, vom System her gesehen haben wir in D zuviel Krankenhäuser. Und zuviel Ärzte. Und deshalb wird alles, was die so machen, zu oft gemacht. Jedenfalls wenn man annimmt, dass industrialisierte Nachbarländer mit einer vergleichbaren Lebenserwartung ihrer Menschen nichts falsch machen.

    Wenn wir jetzt die Steinkohle streichen weil’s zuviel ist. Und zu teuer. Und wenn das bei Steinkohle richtig ist (was ich nicht beurteilen kann), warum sollte das dann bei Krankenhäusern und Ärzten falsch sein?

    Dass das BM Gesundheit alles, aber auch alles was es verzapft schönschreibt, das hat es gemein mit den PR-Leuten von Helios, Asklepios, Sana … das ist eben Werbung.

    Und da in D faktisch keine Zugangsbeschränkungen zum Arztberuf gelten können so viele Menschen Arzt werden, dass es dann Ärger beim Verteilen des Geldes gibt: einige sitzen nah am Trog und bedienen sich zuerst, andere stehen weiter weg und bekommen wenig.

  2. Ich habe nicht bestritten, dass es zuviele Krankenhäuser gibt – im Gegenteil. Ich finde das Prinzip der Zentrierung mancher Dinge gar nicht so schlecht – nur glaube ich nicht, dass die vorgesehene Umstrukturierung das gewünschte Ergebnis bringt.

    Das BMG hat meines Erachtens die Aufgabe, Menschen ehrlich aufzuklären über Situation, Maßnahmen und Folgen der Gesundheitspolitik – das sollte ein Unterscheidungskriterium zu diversen Pharmafirmen darstellen.

    Die „Trogregulierung“ betrifft ja auch in erster Linie diejenigen, die sich bislang so frei daraus bedienen konnten – von den Funktionären mal abgesehen, rein bezogen auf mit Patienten arbeitende Ärzte (warum sonst wäre das Geschrei so groß?).

    Ich finde eine Stelle an einer größeren Klinik oder im Ausland – um mich mache ich mir persönlich die wenigsten Sorgen.

  3. Mit dem Glauben ist es ja im Gesundheitswesen so eine Sache: die einen glauben so, die anderen anders. Und erst hinterher wissen alle. Persönlich darf man gesundheitspolitische Diskussionen nicht nehmen, führt entweder zu Verletzungen oder direkt in den Wahnsinn.

    Das BM G ist eine politische Instanz. Es ist für richtig und falsch aus fachlicher Sicht nicht zuständig. Was politisch richtig ist entscheidet sich so: wofür bekommt die Ministerin eine Mehrheit.

    Die Fachleute haben bisher in einem so grandiosen Umfang versagt, dass ein Politiker auf deren Urteil nicht allzuviel geben sollte. Man sollte es zur Kenntnis nehmen, mehr aber nicht.

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