Was man nicht in den Schlagzeilen liest…

…ist, daß der Staat Israel vielen Ländern praktische Hilfe geboten hat und weiterhin bietet.

Es entspricht dem Konzept des Tikkun Olam.

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Telefonkonversationen

Sekreträrin von Fr. Dr. Clever: „Guten Tag, hier spricht die Klinik CleverSmartDocs, ich soll Ihnen sagen, dass sie bald operiert werden müssen. Wir nehmen sie übermorgen auf und würden Sie dann nächste Woche operieren!“

Patient in spe: „Wie bitte? Das letzte Mal, dass ich Verbindung mit Ihrer Klinik hatte, war vor 10 o. 15 Jahren?! Woran wollen Sie mich denn bitte operieren?“

Sekreträrin von Fr. Dr. Clever: „Oh, Fr. Dr. Clever hat mir gesagt, ich solle Verbindung mit Ihnen aufnehmen und hat mir diese Telefonnummer gegeben – tut mir leid, das war wohl ein Irrtum.“

Teflon

Solche Konversationen sind auch nur dann witzig, wenn man sicher weiss, dass man nicht der Betroffene ist. Diesmal war ich das Subjekt und wußte sicher, dass bei mir keine OP anstand. Geschmunzelt habe ich doch.

Vollstationäre Logik

Patient: „Warum soll ich mir denn die Magenspiegelung machen lassen?“

DocClever:“Sie sind doch im Krankenhaus – da müssen Sie den Schlauch schlucken!“

Steh nicht still bei dem Blut deines Genossen

In der Buber-Rosenzweig Übersetzung wie immer in wunderbarer Sprache ausgedrückt ist eine der Grundlagen jüdischer Ethik. Ein jüdischer Mensch hat nicht nur die Verpflichtung, sein eigenes Leben zu erhalten, sondern er trägt auch Verantwortung für dasjenige seiner Mitmenschen:

 

Lev 19,16

Trage nicht Verleumdung unter deinen Volkleuten feil,
steh nicht still bei dem Blut deines Genossen.

 

Der Beginn des Verses richtet sich gegen Klatsch, im Jüdischen laschon hara, schlechte Rede, genannt. Die Nähe dieser beiden Verbote bezeugt die Bedeutung v.a. des ersten Teils – aber das nur nebenbei.

Der Erhalt des eigenen Lebens hat jedoch Vorrang vor der Hilfe für andere. Organspenden von lebenden Personen sind erlaubt, da sie Risiken in sich bergen haben sie nicht den Status einer Verpflichtung.

Postmortale [nach dem Tod eines Patienten ] Organspende ist aus vielen Gründen eine im Sinn der halachischen Argumentation schwierigere Angelegenheit.

Der Umgang mit Toten ist im Judentum gekennzeichnet durch das Prinzip כבוד המת, dem Respektvor und der Ehre der Toten, der sich aus drei Verboten ableitet: ניוול המת (Schändung eines Toten, z.B. durch Entstellung), הנאה מן המת (Nutzen aus einem Toten ziehen) und הלנת המת (Verzögerung der Beerdigung). Für einen der früheren israelischen Oberrabbiner, Isser Yehuda Unterman war die Entscheidung klar:

Regarding the question of wether the law permits surgical removal of tissue from a dead body…subsequently to be transplanted as an organic part of the living…I find the matter to be simple. Since these procedures constitute preservation of life, there is no difficulty. After all, weighty Torah prohibitions are set aside for the preservation of life. Hence, such surgical procedures conducted to save a life are absolutely permitted.

Die Definition des Todes eines Menschen über den Hirntod ist medizingeschichtlich noch sehr jung: erst 1968 wurde sie von der World Medical Assembly eingeführt. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer definierte 1991 den Hirntod folgendermaßen:

„Zustand des irreversiblen Erloschenseins der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms bei einer durch kontrollierte Beatmung noch aufrechterhaltenen Herzkerislauffunktion. Der Hirntod ist der Tod des Menschen.“

Während der Hirntod als Tod des Menschen im konservativen Judentum allgemein akzeptiert wird, ist er in der Orthodoxie trotz prominenter Befürworter wie Rabbiner Moshe Feinstein und Moshe Tendler.

Dies gilt für lebensnotwendige Organspenden. Z.B. Kornea- und Hauttransplantate sind noch einmal anderen Bestimmungen auf der Seite des Empfängers unterworfen.

Zum Weiterlesen: Organspende nach Systemen gegliedert, aus konservativer Sicht

Quellen – neben o.g. Links:

  • Zitate des Tanach aus der Buber Rosenzweig Übersetzung erhältlich bei der Deutschen Bibelgesellschaft.
  • Dorff, Elliot N.: Matters Of Life and Death

Wie immer gilt: in diesem Rahmen stelle ich bestimmte Sachverhalte zusammengefasst und verkürzt dar. Im Detail sind die Unterscheidungen noch sehr viel genauer.

Der Countdown läuft

der Countdown – alias das Omerzählen – läuft…

Pessach war schön – ich hatte zwei sehr schöne Sederabende, jeder mit seinem eigenen Charme. Wir hatten in unserer Gemeinde Gäste mit denen ich mich auf Englisch unterhalten konnte – endlich mal wieder.

Mit den Jahren gewöhne ich mich mehr und mehr an Mazzen (meine Kollegen haben da mehr Sinn für als ich – „Oh, wo gibt es soo gute Mazzen? Wo hast Du die her?“), aber freue mich dann doch wieder auf gewöhnliches Brot.

Und jetzt läuft schon die Planung für Shavuot (wie kann ich den Dienstplan am geschicktesten so ausrichten, dass ich zwei Tage frei nehmen kann etc.).

Pessach sameach wekasher

..wünsche ich all meinen Lesern!

…Danke für Eure vielen guten Wünsche!

Die nächste Woche werde ich im Pessach Urlaub sein…