Zweiklassenmedizin und Politikerschelte

…nicht von mir, nein, von Herrn Prof.Dr. Lauterbach, seines Zeichens MdB, ein Politiker und Privilegierter.

In einem ausführlichen Spiegelartikel mit dem Titel „Unsere Gegner sind die Patienten“ legt er in Kürze seine Ansichten dar, die er auch in seinem Buch „Der Zweiklassenstaat. Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren“ gewinnträchtig veröffentlicht hat. Minus ein paar deutliche Zitate aus einem Internetforum von Fachärzten.

Nicht, dass ich für sogenannte Nestbeschmutzer  nicht einen Funken Sympathie übrig hätte, nur schreit am lautesten aus dem Artikel, was er nicht schreibt: dass er selbst auf vielfache Weise Teil der gescholtenen Masse ist: Universitätsprofessor, Facharzt, Politiker (und als solcher in gestaltender Weise), Privatversicherter (ok, das ist eine Annahme) und Privilegierter. Was er gegen die von ihm geklagten Mißstände tut (außer mit dem Finger auf andere zu zeigen), wird aus dem Spiegelartikel zumindest nicht klar.

Ausbeuterisch für die Armen und verschwenderisch für die Privilegierten sei der deutsche Staat.  Wenn ich so betrachte, wer sich in Krankenhäuser legt statt ambulante Diagnostik durchführen zu lassen (und im Gegensatz zu Lauterbachs unbelegten Behauptungen geht das sehr wohl) und dabei das Geld der Solidargemeinschaft verschleudert, wird mir schlecht.

Wenn Herr Lauterbach etwas ändern möchte, kann er seine Privilegien ja abgeben – wie auch einen Teil seines Gehalts, freiwillig. Wäre bestimmt eine tolle Wahlkampfstrategie.  Oder erkönnte in den vielen Gremien, in denen er sitzt, etwas verändern.

Wieso ich nicht glaube, dass das geschehen wird?

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Eine kleine Zwischenbilanz

die ersten Nicht-24h-Dienste liegen nun hinter mir. Es ist wirklich angenehm, den Vormittag anderweitig nutzen zu können und wenigstenes einigermaén pünktlich das Krankenhaus verlassen zu dürfen! Sollte ich gedacht haben, jetzt weniger Zugänge aufnehmen zu müssen (durch die kürzere Zeit) so habe ich mich allerdings getäuscht – es waren mehr. Wie immer hätte die Hälfte davon keinen Aufnahmegrund gehabt  – ja ja, die Jugend von heute….

Es lebe der MDK (med. Dienst d. Krankenkassen, mit dem hinterher über die Kosten verhandelt wird), aber ich fürchte, auch der wird gewissen Herren in gewissen Positionen ihre Unarten auch nicht mehr austreiben.