Blog-Tipp

Stripped Down Soul ist der Blog von mehreren Leuten, u.a. mindestens einem konservativen Rabbiner, Jeremy Milgrom, der seine Gedanken zu den Parashot dort veröffentlicht.

Shabbat shalom

Anekdotisches

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Der Begriff, mit dieses Blog am häufigsten geklick wird, ist „Fuchsbau“. Meist wird der Plural gesucht: ich habe ihn im Duden nachgeschlagen. Korrekt lautet er „Fuchsbaue“. Hoffe, es hilft.

Ein Stöckchen gefangen


Dein Handy? Hat eine Dinosaurier-Telefonnummer, so alt ist es.

Dein/e Partner/in? Jib et nich

Deine Haare? halblang, aber bald kürzer und mit neuer Farbe
Deine Mama? Geht mir manchmal ziemlich auf den Wecker

Dein Papa? Hat sich vor ewiger Zeit aus dem Staub gemacht

Lieblingsgegenstand? Bücher
Dein Traum von letzter Nacht? Traumlos bei Nacht

Dein Lieblingsgetränk? Rotwein (am liebsten französisch- oder österreichisch -koscher)

Dein Traumauto? Cabrio

Der Raum, in dem du dich befindest? Arbeitszimmer

Dein/e Ex? Vergangenheit

Deine Angst? Menschen zu schaden

Was möchtest du in zehn Jahren sein? gelassener und klüger

Mit wem verbrachtest du den gestrigen Abend? Mit niemandem

Was bist du nicht? diplomatisch
Das letzte, was du getan hast? Etwas getrunken

Was trägst du? Sporthose und T-Shirt

Dein Lieblingsbuch? Zu viele, um sie hier aufzuzählen

Das letzte, was du gegessen hast? Brezel
Dein Leben? intensiv – und im Moment anstrengend
Deine Stimmung? urlaubsreif!!!
Deine Freunde? Wichtig, treu

Woran denkst du gerade? An meine Kollegen aus den anderen Fachdisziplinen, mit denen ich gut und gerne zusammenarbeite

Was machst du gerade? Mails lesen

Dein Sommer? Welcher Sommer??
Was läuft in deinem TV? Krimis, Dr. House
Wann hast du das letzte Mal gelacht? Gerade eben

Das letzte Mal geweint? Vor ein paar Monaten

Schule? Da war ich auch mal

Was hörst du gerade? PC rauschen

Liebste Wochenendbeschäftigung? Ausschlafen

Traumjob? Hab´ich, auch wenn ich manchmal meckere

Dein Computer?PC

Außerhalb deines Fensters? Balkon meiner Nachbarin (liegt 90° zu meinem)

Bier? Bäh!

Mexikanisches Essen? Gute Idee – bald wieder!
Winter? naßkalt
Religion? Bestimmt meinen Lebensstil

Urlaub? Bald, aber zuhause

Auf deinem Bett? alles, was ich draufgeschmissen hab´

Liebe? nach dem Mißtrauen

Weitermachen darf Leben in Jerusalem

Sterben bleibt verboten

Es liest sich schon sehr traurig, wenn ein Chefarzt der Anästhesie eines hessischen Krankenhauses entlassen wird, weil er einen Patienten mit Lungenkrebs nicht auf der Intensivstation therapieren wollte. Nicht, daß ich diesen Fall aus der Nähe kennen würde, aber was ich da herauslese, ist doch merkwürdig – meine Gedanken zu den einzelnen Dingen kursiv:

Es wird ein Notarzt alarmiert, weil ein an Lungenkrebs erkrankter Patient an Luftnot leidet.

Welches Therapie-/Tumorstadium lag hier vor? Wollte der Patient die Therapie, oder hat die Familie aus Angst/Hilflosigkeit den Notarzt alarmiert?

Der Patient wird auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht.

Wie viele Patienten mit Tumor- oder anderen schweren Erkrankungen ohne Heilungs- oder Besserungsaussicht habe ich von Notärzten schon gebracht bekommen mit dem Kommentar „Aber intubieren und beatmen, wiederbeleben würde ich den Patienten nicht!“ – ich kann sie nicht mehr zählen. Welche Konsequenz dann die Therapie auf einer Intensivstation hat, außer der, daß sie einem jungen und kritisch Kranken das möglicherweise letzte Bett wegnimmt, das habe ich bis heute nicht verstanden. Nicht selten war das bei mir so, daß Familien/Altenpfleger den Notarzt alarmiert haben.

Der Chefarzt der Anästhesie lehnt die Behandlung auf der Intensivstation ab.

Das habe ich allerdings noch nie erlebt. Verstehen kann ich das gut. Wir regeln das dennoch anders. Wenn ein Patient, bei dem wir die Intensivtherapie für nicht indiziert halten, fragen wir ihn, wie er das – unter Berücksichtigung der Prognose der jeweiligen Erkrankung – möchte. Können wir ihn nicht befragen, sprechen wir mit Angehörigen, Betreuern (insbes. amtsrichterlich oder notariell bestellten) und versuchen, dem mutmaßlichen Patientenwillen entsprechend eine Richtlinie zu erhalten. Auch wenn es nicht mit unserer Ratio zu vereinbaren ist, folgen wir der jeweiligen Maßgabe. Vor Patienten und Angehörigen zu streiten, bietet natürlich kein gutes Bild. Es ist insgesamt wesentlich leichter, einen Patienten zu intubieren, als zu überlegen, ob das sinnvoll oder dem Patientenwillen entsprechend ist. Dieses Detail fehlt mir in diesem Fall – nur ist es wesentlich. Sterben darf man aber hierzulande nur in sehr seltenen Fällen in heimischer Umgebung. Ich persönlich halte es für sehr viel schlimmer, wenn ein Mensch mit Lungenkrebs reanimiert, intubiert und beatmet wird (oder man einen Menschen mit einer solchen Erkrankung noch invasiven Maßnahmen wie z.B. einer Coronarangiographie [Herzkatheter] unterzieht, die ihre eigene Palette an Nebenwirkungen hat und Lebensqualität rauben kann (insbesondere bei fehlender prognostischer Indikation) – und ich habe beides erlebt.

Der Patient verstibt.

Auf die Gefahr hin, sarkastisch zu klingen: das kommt bei Lungenkrebs durchaus häufiger vor. Nur scheint es leider verboten.

Der Chefarzt wird entlassen.

Vorschnelle politische Entscheidung, die nach Abschluß der Ermittlungen dem Chefarzt eine saftige Abfindung beim Arbeitsgericht einbringen wird. Für das Krankenhaus eine Blamage. Fazit: diejenigen, die blind alles intubieren, was nicht bei drei schnauft, haben die Oberhand. Moralisch verantwortliches Handeln wird bestraft. Die Form der Ablehnung der Intensivtherapie hätte allerdings weicher sein können.

Eine Kopftuch Diskussion

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mit dem Chefarzt einer Abteilung eines kirchlichen Krankenhauses über die Vielfalt der Stellenangebotegesprochen . Auch er war auf der Suche nach Assistenzärzten – er habe eine junge Frau einstellen wollen, eine Muslima. Da sie nicht bereit gewesen sei, Ihr Kopftuch abzulegen, habe der Verwaltungsdirektor – selbst aus  christlicher Minderheit in einem arabischen Land kommend – dies abgelehnt.

„Ah,“ meinte ich, verbietet er denn den Nonnen im Haus auch bald das Habit?“

– „Nein, woher denn! Er habe schlechte Erfahrungen mit muslimischen Kopftuchträgern gemacht  – sie seien meist reaktionär eingestellt.“ –

„Das gilt dann doch wohl auch für die Nonnen?!“

– „Nein!“

„Mit Religionsfreiheit hat es dann aber nichts mehr zu tun“

– „Wieso?“

Die junge Frau jedenfalls wurde doch eingestellt (es vertraten wohl noch mehr Menschen meine Meinung).  Man kann wohl auch schlecht davon sprechen, dass man die drei Buchreligionen gleichberechtigt behandelt und dann jemanden aufgrund seiner Religionsausübung, die andere nicht trifft, die Einstellung verwehren.