Ein „Umzug“ der anderen Art

Da ich ja nun schon lange am selben Ort sesshaft bin (ok, lange für meine Verhältnisse), wage ich mich nun beruflich in ein neues Territorium – ich habe die Stelle gewechselt. Scheinbar ist das Verweilen an nur einem Ort nicht so meine Sache – ich habe diesen Tapetenwechsel aus vielerlei Gründen gebraucht. Nicht daß ich glaube, künftig im Garten Eden zu arbeiten, mir reichte es schon, andere Menschen kennenzulernen, eine andere Umgebung zu sehen. Doch auch der Abschied ist mir nicht leicht gefallen – man ist doch verwurzelt durch die Freunde, die man gefunden hat.

Synagogentour – der Start

wir haben Yom Kippur also in einer anderen kleinen Gemeinde in Deutschland verbracht – es war eine Erfahrung der anderen Art. Fasten war trotz Vorbereitung (bestehend aus ausreichend Essen und Trinken vorher) schwierig. Obwohl der Dialekt des Vorbeters chassidisch war (mit aschkenasischer Aussprache komme ich mittlerweile ja zurecht) konnte ich gut folgen (ok, ich hatte mein eigenes Artscroll Machzor dabei).

Schade war, daß es nicht einmal für Gemeindemitglieder ausreichend Machzorim (spezielle Gebetbücher für Feiertage, hier YK) gab – weder auf  Russisch/Hebräisch noch Hebräisch/Deutsch.

Toll war die Architektur der Synagoge (und ich habe diesmal nicht gefroren, wie „daheim“).

Nett und für viele Gemeinden ungewöhnlich war die Einladung zum Kiddush (bzw. Hawdalah) und Fastenbrechen.

Vorbereitungen…

…während ich noch überlege, in welcher Synagoge ich Yom Kippur verbringe, habe ich Sukkot im Hinterkopf…beim Surfen habe ich dies hier gefunden:

Die demonstrierten Arten des Schüttelns kenne ich ja so nicht…

Wiederbelebungsversuche eines Computerlaien

…an einem Computer.

Ich gehöre zu den Menschen, die alte Dinge ungern wegwerfen. Das kam mir schon oft zugute – so auch bei meinem Uralt Pc mit Uralt-Betriebssystem. Heute wollte ich Daten aus einem Programm ausdrucken, das nur auf diesem PC läuft.

Er fuhr nicht hoch, sondern piepte. Zuerst habe ich den Experten angerufen. „Mh, ja, mh, das liegt vielleicht an der Stromversorgung.“ Stecker hatte ich überprüft, Steckdosen ausprobiert. Half nicht. Piepte weiter. „Dann bauen sie doch einfach die Festplatte in einen anderen PC!“ – Das habe ich vor Jahren einmal gemacht, es hat mich einen kompletten Tag Arbeit gekostet (und am Ende mußte ich den PC zum Fachmann bringen). In letzter Verzweiflung habe ich dann 3 Mal fest auf das Gehäuse gehauen – und er ging wieder! CPR am PC – aber bitte nicht nachmachen!

Bei meinem neueren Modell hätte ich mir das verkniffen!

לשנה טובה תחתבו ותחתמו

möget Ihr für ein gutes Jahr eingeschrieben und besiegelt werden!

Morgen abend beginnt das jüdische Neujahrsfest – entsprechend mit in den vergangenen Tagen eher nachdenklich gewesen. Nicht, daß es nicht ausriechend Blog-Stoff gäbe – ab Sonntag wieder!

Möge das neue Jahr Frieden bringen!

Den Text des Leides „Jerushalaim shel zahav – Jerusalem aus/von Gold“ sowohl in Umschrift als auch in deutsch findet ihr hier.

Klinische Ethik-Komitees

Für diejenigen, deren Angehörige in kritischem Zustand sind und denen die Verantwortung obliegt, wichtige Entscheidungen an deren Stelle zu treffen, sei darauf hingewiesen, dass es vielerorts sogenannte klinische Ethik-Komitees gibt, die ethische Beratung anbieten.

Wie in vielem ist es auch bei ethischen Fragen so, daß die unausgesprochenen Dinge zwischen Ärzten und Angehörigen eine Hürde vor dem Patientenwohl darstellen können. Die Haltung vieler Angehöriger, die erwarten, dass ihre multimorbiden und oft dementen Angehörigen wieder mobil, fit und orientiert werden, läßt einen als Arzt oft schweigen, um nicht lösbaren Konflikten aus dem Weg zu gehen. Es vergeht jedoch kaum ein Tag, an dem ich mit solchen Dingen konfrontiert werde und mich frage, was medizinische Laien von der „modernen Medizin“ so erwarten: Daß 90jährige demente Herren aus einer Reanimation wie aus einem Bad im sprichwörtlichen Jungbrunnen hervorgehen?

Beispiele für Ethik Komitees:

Medizinische Hochschule Hannover
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen