Paradoxa

Nachdem ich begonnen habe, die Erwartungshaltungen mancher Menschen mit einer Prise Sarkasmus deutlich zu machen, kann ich heute vom anderen Ende der Unmöglichkeiten (im Wortsinn)/dem Unvermögen der modernen Medizin berichten.

Diesen Tag sollte ich rot im Kalender anstreichen:

Ich habe einen Patienten entlassen, der über Wochen täglich mehrere Dinge auszusetzen und/oder neu zu beklagen fand. Es hat mich eiserne Disziplin gekostet, die oft wechselnden Beschwerden zu hören und gegen den modernen Trend der schnellen Entlassungen und Kürzungen bei Aufenthalten abzuklären.

Er ging mit einem strahlenden Lächeln. Ich konnte nicht viel für ihn tun, im Gegenteil, ich mußte ihm sagen, dass er wahrscheinlich eine bösartige Erkrankung hat, ich aber in verantwortlicher Weise keine weitere Diagnostik betreiben kann, da schon die ihn gefährden würde. Auch seine (nahezu unzähligen aber realen) Zipperlein kann ich nicht heilen. Er hat sich bedankt, für all das, was ich für ihn getan habe – viel war es nicht. Durch eine Vielzahl an Untersuchungen habe ich ihn geschickt, zwischenzeitlich Talfahrten mit ihm erlebt. Vielleicht war es die Ehrlichkeit, mit der ich ihn und seine Familie über all die fehlenden therapeutischen Möglichkeiten aufgeklärt habe.

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