Eine traurige Episode

Im vergangenen Jahr habe ich am Beispiel eines Familienmitgliedes erlebt, wie man im deutschen Gesundheitssystem einen Menschen um sein Leben bringen kann – und das trotz medizinisch guter Grundvoraussetzungen und ungestraft.

Mensch hat Schmerzen gehabt und ausgehalten, bis es denn gar nicht mehr auszuhalten war. Erst dann wurde der Hausarzt informiert und nach erfolgtem Hausbesuch der Notarzt alarmiert. Es ging mit einem akuten Bauch in eine chirurgische Uniklinik. Notoperation, Multiorganversagen, Langzeitbeatmung, Herzrhythmusstörungen – alles überlebt (minus ca. 60% d. Dünndarmes). Sehr langsame Rekonvaleszenz mit hohem Dünndarmstoma. Keine ausreichende orale Nahrungsaufnahme möglich. Protest meiner Person – bei gesetzlich bestelltem Betreuer („Der Hausarzt weiß das besser“ – „War der schon da?“ – „Mit dem spreche ich noch!“ Hörer knallt auf), dem Hausarzt ( spottend „Das sind aber schoene Gedanken“ [intravenöse Ernährung]). Mensch wird unterernährt (bei liegendem zentralvenösem Dauersystem, weil ein Psychologe die klinischen Zusammenhänge gesehen hat) zur Rückverlagerung d. A.p. in die ursprüngliche Chirurgie gebracht und stirbt an Komplikationen, die sich aus Folgen der Unterernährung ergeben haben.

Ah, waren das beeindruckende Trauerszenen bei der Beerdigung.

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