Wie man Kurse an der jüdischen Volkshochschule von Teilnehmern befreien kann

nach einem meiner mittlerweile schon auch an meiner neuen Stelle berüchtigten Dienste habe ich mich aufgemacht, mich in den im neuen Onlineauftritt der jüdischen Volkshochschule Berlin ausgeschriebenen Hebräischkurs der Grundstufe C einzuschreiben. Gemäß Internetangabe soll dieser Kurs donnerstags stattfinden. Man muß sich persönlich im Gemeindezentrum anmelden. Eine Warnung, daß Anfängerkurse rasch ausgebucht seien habe ich gelesen und so verstanden, daß es sich tatsächlich um die Kurse für Anfänger handelt. Als ich heute 5 Minuten nach Öffnung der Anmeldung erschien, hieß es alle Kurse seien ausgebucht. Auf die Nachfrage, ob auch die Grundstufe C ausgebucht sei, erhielt ich die Antwort es gebe nur einen Kurs und der sei ausgebucht. Ich solle zum Unterricht morgen kommen, um zu sehen, ob vielleicht jemand nicht gekommen sei. Auf die Nachfrage und den Hinweis, der Kurs solle nach Internetangabe am Donnerstag stattfinden, erhielt ich wieder die Antwort, es gebe nur einen Kurs und der sei ausgebucht.

Da es im Internetauftritt  auch heißt, man habe ein offenes Ohr für konstruktive Vorschläge und Kommentare, werde ich mich in den nächsten Tagen einmal umhören und hier wieder berichten. Jedoch hege ich den Verdacht, daß dies der klassischen Organisationsstruktur der jüdischen Gemeinde Berlin zuzuschreiben ist und habe deshalb eine neue Blogkategorie dafür eingeführt.

Nachtrag:

Auf Nachfrage bei der Jüdischen Volkshochschule hat sich eine sehr freundliche Dame unmittelbar bei mir entschuldigt. Selbstverständlich sei die Information des Pförtners falsch gewesen. Das Internetangebot stimme, der Kurs sei selbstverständlich nicht ausgebucht, ich könne gerne daran teilnehmen.

Offen für konstruktive Kritik ist man also tatsächlich.

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Aufgrund der aktuellen politischen Lage im Gazastreifen…

…wurden die geplanten Konzerte des West Eastern Divan Orchestra in Kairo und Qatar abgesagt. So jedenfalls ein Sprecher der Staatsoper bei einem Konzert mit Daniel Barenboim Anfang der Woche. Stattdessen findet nun ein Konzert des West Eastern Divan Orchestra in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin am Montag den 12.01.09 statt. Karten gibt es noch zu kaufen!

Über volkstümliche Irrtümer in Bezug auf moderne Medizin (3)

Nach einem weiteren Weihnachtsdienst bin ich wieder um einige Erfahrungen reicher geworden; nicht nur, daß man unmittelbar nach Auftreten der ersten Symptome eines handelsüblichen grippalen Infektes (wie z.B.: Fieber, Kopf-und/oder Gliederschmerzen) eine Notaufnahme aufsucht (vorzugsweise am 24.12. in dem Irrglauben, das täte sonst ja keiner), nein es geht noch besser. Hier also mein Fazit:

Wegen folgender Symptome sollte man sich nicht in einer Notaufnahme einfinden:

  • Obstipation (Fehlen von Stuhlgang) seit 8 Tagen, ohne Bauchschmerzen (die Weihnachtsgans war ja noch reingegangen)
  • Umknicken mit dem Fuß ohne Schmerzen, Funktionseinschränkung oder sonstige Beschwerden (und weil man mit dem Fuß umgeknickt ist, muß man auch keinen Notarzt alarmieren – der hat besseres zu tun)
  • Gastroenteritis seit 3 h (oder länger) – insbesondere sollte man den KV-Notdienst dann aufsuchen, wenn man im Gaststättengewerbe arbeitet – dann braucht man eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, welche die Notaufnahme nicht ausstellen darf )und ja, ich weiß, daß ich mich hier wiederhole – aber ist immer noch ein Dauer…brenner)

Aber es geht noch besser: es gibt Menschen, welche wegen Schmerzen und Sensibilitätsstörungen Notaufnahmen kleiner Krankenhäuser aufsuchen – das Ich-wohne-nicht-weit-weg-und -bin-mal-eben-vorbeigekommen-Syndrom. Wenn man solchen Menschen die Vorstellung in der nächst größeren Klinik empfiehlt (wegen möglicherweise drohender Querschnitttslähmung) rümpfen sie entsetzt die Nase und bemerken, das müßten sie ja noch überlegen, die Klinik sei Ihnen ja nun doch zu weit weg – da fragt sich dann der Diensttuende, welchen Zweck die Vorstellung hatte und welche Intensität die Beschwerden wirklich haben.

Und noch eine Bemerkung an Angehörige von Patienten – in dem Wissen, daß man Information über den Zustand der kranken Angehörigen bedarf und das Gesundheitssystem nicht dazu neigt, diese systematisch weiterzugeben. Es macht keinen Sinn, an einem Feiertag Arztgespräche mit Ärzten zu verlangen, die für die Notaufnahme und alle Stationen verantwortlich sind und die Patienten, die sie zuvor nicht selbst betreut haben, nicht kennen. Besonders unverschämt erscheint ein solches Verhalten dann, wenn der betreuende Doktor an jedem vorangegangenen Werktag mit (anderen) Angehörigen desselben Patienten gesprochen hat (und ja, man kann auch mit den zuvor informierten Angehörigen sprechen).
Auch dann, wenn wirklich kranke Angehörige von einem Krankenhaus in ein anderes verlegt werden, macht es keinen Sinn, in Krankenhaus B anzurufen und sich nach deren Zustand zu erkundigen, wenn sie dort noch nicht einmal eingetroffen sind!